Geständnis: ich wasche meine Haare… nur alle paar Wochen

Jetzt, wo ich eine Tochter erwarte, denke ich oft darüber nach, was ich ihr mit auf den Weg gebe, wenn es mal soweit ist. Mir wird immer klarer, wie prägend frühe Einflüsse sind, vor allem die von der Mutter und der Großmutter. Meine Mutter war schon immer eine Vorreiterin der natürlichen Schönheit (Respekt: das muss in einer Zeit mit neonblauem Lidschatten und perlmuttfarbenen Lippenstiften schwer gewesen sein). Laut meiner Ma bist du nur so hübsch wie du selbst ohne Make-up oder schicke Kleidung – denn es gibt Momente, in denen du nichts davon trägst 😉. Deine einzige Chance ist also eine Mischung aus natürlicher Schönheit und deinem persönlichen Charme (die so oft zitierte Idee der „inneren Werte“ und des Charisma). Alles andere kannst du später darauf aufbauen und je nach Situation einsetzen, aber das Fundament MUSS da sein.

Es gibt eine Vorstellung von natürlicher Schönheit, die ich mag und die ebenfalls von meiner Mutter stammt. Und sie ist super simpel: NATÜRLICHE SCHÖNHEIT IST EINFACH ZU PFLEGEN – sonst ist sie nicht natürlich. Sobald du eine einstündige Routine brauchst, um dein Aussehen zu erhalten, ist es vorbei. Denn das Leben wird dir diese Stunde nehmen (als Mutter kann ich das bestätigen). Und hier kommt die Idee vom Potenzial des Körpers ins Spiel. Ich predige immer, dass der menschliche Körper von Natur aus stark ist – wir müssen ihm nur aus dem Weg gehen und ihn seine Arbeit machen lassen, indem wir ihm geeignete Nahrung geben und ihn so leben lassen, wie er gedacht ist (in Bewegung, im Sonnenlicht, umgeben von Menschen, mit denen man verbunden ist).

Dasselbe gilt für Schönheit. Wir sind nicht nur von Natur aus stark, wir sind auch von Natur aus schön. Wir müssen nur die uns gegebenen Eigenschaften annehmen und MIT ihnen arbeiten – nicht gegen sie. Und das bedeutet: HÖRT AUF, euren Körper mit Produkten zu überladen – schützt euch einfach vor schädlichen Einflüssen und lasst den Körper seine Arbeit machen. Er WIRD sich selbst regulieren. Um auf die Haarpflege zu kommen und erneut die Weisheit meiner Mutter einzubringen: Je mehr du wäschst, desto mehr MUSST du waschen. Es ist im Grunde recht einfach: Je mehr du die Schutzschicht deiner Haut durchs Waschen verdünnst, desto mehr Talg produziert deine Kopfhaut, um sich zu schützen, … desto mehr musst du waschen. Ganz zu schweigen von all den Duftstoffen, Silikonen usw., die in Kosmetik enthalten sind und eine Reaktion auslösen können.. Damals beruhte die Aussage auf Mamas persönlichen Erfahrungen und vielleicht ein paar Anekdoten. Heute wird es durch der Forschung unterstützt. Glaubt mir nicht – lest „Beyond Soap“ von Dr. Skotnicki.

Nun, ich bekomme viele Fragen zu meiner Haarpflege. Also hier kommt’s.
Je häufiger man die Haare wäscht, desto häufiger muss man die Haare waschen. Also… wasche ich nicht. Oder zumindest nicht oft. Ich benutze keinen Föhn (sehr nervig für Freunde, die zu Besuch kommen, weil sie ihren eigenen mitbringen müssen) und ich bin vor Jahren auf sanfte Haarseifen umgestiegen und habe die Zeit zwischen den Haarwäschen auf mehrere Wochen verlängert. Auf den Bildern zu diesem Eintrag: meine Haare 3,5 Wochen nach der letzten Wäsche. Zum Stylen benutze ich sanfte Cremes und Gele von Ecoslay. Sie sind komplett natürlich (so natürlich, dass sie im Kühlschrank stehen müssen) – keine Werbung, sie zahlen mir kein Cent, ich bin einfach nur ein überzeugter Kunde. Und ja, ich trainiere (und schwitze) 5–6 Mal pro Woche. Wenn mir der Zustand meiner Haare nicht gefällt (zum Beispiel weil sie zu flaumig sind, was bei Locken durchaus passieren kann), meine Kopfhaut aber noch okay ist (in anderen Worten: es juckt noch nicht😊), sprühe ich einfach etwas Wasser auf die Haare und style sie mit einem Gel, um sie zu bändigen – das ist alles.

Wie kommt man dahin, fragt ihr?

Es tut mir leid, euch enttäuschen zu müssen, aber es gibt kein Geheimnis außer: Haltet die ersten Wochen des Nicht-Waschens durch. Flechtet Zöpfe, experimentiert mit Seidentüchern und Home Office… haltet einfach mal durch. Es gibt keinen Umweg, keine Lifehacks – die ersten Wochen werden unangenehm sein, aber auf der anderen Seite wartet die Freiheit.

Hier noch die Liste der Produkte, die ich nutze (voll natürlich, nach Curly Girl Methode).

Haarseifen von Loona’s

Styling

Pflege

Routine

  • Haare waschen mit der Haarseife
  • Pflege auftragen (Matcha Boost) und 10-15 min unter der Duschhaube einwirken lassen
  • Pflege mit Wasser abspülen
  • Haare mit sauerer Rinse spülen
    Sauere Rinse stellt sicher, dass die Kalkrückstände aus dem Haar entfernt sind und die natürliche Schuppenschicht der Haare wiederverschlossen ist. Meine Erfahrung zeigt, dass sauere Rinse tatsächlich einen großen Unterschied macht: sie macht die Haare geschmeidiger und verleiht ihnen Glanz.
    Die Herstellung ist kindereinfach: auf 1L kaltes Wasser (!) 1-2 EL Apfelessig oder Zitronensaft geben und langsam übers Haar gießen und einmassieren.

Bonus Lifehack

kommt von meiner Kosmetikerin Ioanna:
Kissenbezug aus Seide. Seide hat natürliche antibakterielle Eigenschaften (gut vor allem für die Haut) und reduziert die Reibung durch ihre Struktur, was dem Haar besonders zu Gute kommt. Darüber hinaus entzieht sie dem Haar keine Feuchtigkeit, da sie diese nicht aufnehmen kann (im Gegensatz zu Baumwolle).

Ich hoffe, euch ein bisschen Mut zum Experimentieren eingeflüstert zu haben. Teilt eure Erfahrungen in Kommentaren.

Eure

Eugenia

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